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Entstehung, Ideologie und Argumente der Terrorgruppen  

Entstehung der Terrorgruppen:

Terrorgruppen wie Al-Qaida, die algerische "Bewaffnete Islamische Gruppe (GIA)" und die „Salafiyya-Gruppe für Da´ua und Dschihad (GSPC)“ wurden nach Ende des Afghanistan-Kriegs Anfang der 90er Jahre von freiwilligen Mudschahidin, Kämpfern, die in diesem Krieg gekämpft hatten, gegründet.

Die Rolle der NATO unter Führung der USA:

Die NATO-Staaten und ihre Verbündeten, Pakistan und die arabischen Staaten unterstützten mit aller Kraft sowohl militärisch als auch finanziell und politisch die afghanischen Mudschahidin und erleichterten beispielsweise den Visumserwerb für Freiwillige, um zu verhindern, dass die Sowjet-Union ihr Einflussgebiet in Richtung der ölreichen Staaten am persischen Golf erweitert.
Am Ende des zehnjährigen Afghanistan-Krieges machten die oben genannten Unterstützer nun plötzlich Jagd auf die arabischen freiwilligen Mudschahidin, statt sie in irgendeiner Weise zu integrieren und für ein normales zivilisiertes Leben auszubilden,. Die meisten von ihnen waren als Jugendliche ohne Ausbildung in den Kampf nach Afghanistan gezogen. Nun durften sie weder im befreiten Afghanistan bleiben noch konnten sie in ihre Heimatländer heimkehren.

Naive Schlussfolgerung:

Diese aussichtslose Situation führte zu einer noch stärkeren Radikalisierung und Brutalisierung der freiwilligen arabischen Kämpfer, als dies der zehnjährige Krieg an sich schon bewirkt hatte.
Außerdem zogen die meisten Freiheitskämpfer die Schlussfolgerung, dass der Dschihad gegen die pro-sowjetische antiislamische Diktatur in Afghanistan nur mit Unterstützung Allahs erfolgreich gewesen war und somit wollten sie dies gegen die anderen arabischen pro-westlichen Diktaturen wiederholen, was zu dem in Algerien, Ägypten und später in Saudi-Arabien ausgebrochenen militanten und brutalen Widerstand führte.
Sie ließen viele wichtige Faktoren außer Acht, die zum Fall des Regimes in Kabul geführt hatten, wie die Entschlossenheit der Nato-Staaten unter Führung der USA um jeden Preis und mit allen Mitteln den Vormarsch der Sowjetunion Richtung Öl-Quellen zu stoppen. Aus diesem Grund hatten die Mudschahidin unbegrenzte militärische, politische und finanzielle Unterstützung erhalten.

Die Argumente der militante Terroristen 

Die militanten terroristischen Gruppierungen handeln im Prinzip nach eigenen Vorstellungen ohne irgendwelche Fatwa (Gutachten) von zugelassenen Rechtsgelehrten. Bei genauerer Betrachtung erkennt man, dass diese Gruppen sich in ihrer Argumentation wenig auf die islamische Lehre stützen, sondern mehr in Wut, Hass und Verzweiflung angesichts der unterentwickelten und korrupten arabischen Welt und des Versagens der arabischen Staaten gegenüber Israel begründet sind. Im Folgenden jeweils in Rot Auszüge aus den Quellen:

Die USA sind der Feind des Islam. Sie unterstützen aktiv die Unterdrückung des palästinensischen Volkes mit jährlicher Militärhilfe an Israel von 2.4 Milliarden US$. Durch das Embargo gegen den Irak starben bereits zehntausende muslimische Kinder. Die Militärpräsenz auf der arabischen Halbinsel widerspricht dem Koran und den Aussprüchen des Propheten. Die USA unterhalten in aller Welt Marionettenregime, die den amerikanischen Interessen dienen. Die gesamte US-Kultur, die die Welt überschwemmt, ist antiislamisch!

Diese Argumente legitimieren nach der islamischen Lehre keineswegs einen Krieg gegen die USA. Außerdem ist es absolut verboten, auch während eines aus islamischer Sicht zulässigen Krieges Zivilisten als Angriffsziel zu wählen. Darüber sind alle zugelassenen sowohl zeitgenössischen als auch früheren Rechtsgelehrten einig. Siehe Fatwa des Gelehrten Faisal Mawlawi.

Die Menschen waren nicht unschuldig, denn sie haben diese Regierung selbst gewählt, wobei wenig Unterschied zwischen der Politik der Republikaner und der Politik der Demokraten besteht! Alle Wahlen und Umfragen zeigen, dass das amerikanische Volk hinter ihrer Regierung steht.

Als der Propheten Muhammad den Angriff auf Zivilisten selbst auf dem Kriegsschauplatz absolut verbot, machte er keine Ausnahmen aufgrund irgendwelcher pauschaler Verdächtigungen.  Der Prophet gab in einem Brief an seinen Heerführer klare Anweisungen hierzu, siehe auch Fatwa des Gelehrten Faisal Mawlawi Punkt 6.
Eine pauschale Beurteilung eines gesamten Volkes, unter dem sich muslimische und nichtmuslimische Mitbürger und Ausländer (Geschäftsleute, Touristen, Studenten, Besucher, usw.) befinden, ist aus islamischer Sicht nicht annehmbar.
Der Islam erlaubt keine Beschuldigung auf Verdacht. (Koran 49: 6) „Ihr, die glauben, wenn zu euch ein Frevler kommt mit einer Nachricht, so schafft Klarheit, dass ihr nicht Leute damit trefft, im Unwissen, und am Morgen seid ihr über das, was ihr gemacht habt, Reuige“.

Es finanziert außerdem mit ihren Steuergeldern die Unterdrückung von Muslimen und leistet den nötigen Militärdienst!

Steuern muss jeder zahlen und kein Mensch kann entscheiden, für welchen Zweck seine Steuergelder verwendet werden. Dafür, dass das Steuergeld für schlechte Zwecke im In- oder Ausland benutzt wird, kann der Steuerzahler nicht verantwortlich gemacht werden.

Wenn die Ungläubigen Muslime als Schild benutzen und es keine andere Möglichkeit der Kriegsführung gibt, dürfen Muslime getötet werden. Sie sterben als Märtyrer.

Das ist ein Missbrauch einer Fatwa von Ibn-Taimiya[1]. Er sagt in seiner Fatwa: „Wenn der Feind sich hinter muslimischen Zivilisten verschanzt hat und vorhersehbar ist, dass der Feind große Schaden anrichten wird, wenn er nicht zurückgeschlagen wird, so darf die muslimische Armee den Feind angreifen, auch wenn dadurch muslimische Zivilisten sterben oder verletzt werden.

Die Angriffe auf Zivilisten in den USA, in Madrid, Saudi-Arabien, Marroko, usw. zielten auf Zivileinrichtungen und der Angriff auf Zivilisten war weder Teil eines legitimen Krieges noch wurden diese als Schutzschild benutzt.

Die Fatwa von Ibn-Taimiya besagt nichts anderes als das neue Gesetz in Deutschland, das der deutschen Luftwaffe unter bestimmten Umständen das Abschießen von Zivilflugzeugen erlaubt, um eine größere Katastrophe zu verhindern.


Selbstmord ist nur dann nicht zulässig, wenn man das Leben beendet, weil man es nicht mehr erträgt. Als Beispiele für erlaubten Selbstmord wird aus dem Koran die Sure al-Buruj zitiert, in der eine Begebenheit angesprochen wird, bei dem ein Tyrann jedem befahl, in einen brennenden Graben zu springen, der ihn nicht anbeten wollte. Alle, die sich in den Graben stürzten, starben als Märtyrer. Des Weiteren wird eine Begebenheit erwähnt, bei der der Prophet vor einer Schlacht seinen Gefährten sagte, die Türe des Paradieses stände in diesem Moment weit offen. Daraufhin schmiss ein Mann die Datteln weg, die er in der Hand hielt und griff die übermächtige gegnerische Armee alleine an. Diese Tat war Selbstmord.

 

In beiden Beispielen geht es nicht um Legitimierung von Selbstmord, sondern im ersten Beispiel mussten die in Sure al-Buruj genannten Gläubigen sich zwischen dem Tod und ihrem Glauben entscheiden. Aus islamischer Sicht[2] darf man in solch einer Situation nicht auf seine Religion verzichten, um sein Leben zu retten.

Im zweiten Beispiel ging es um eine Schlacht, wo jeder Armeeführer bekanntlich seine Soldaten zum Kämpfen bis zum letzten Blutstropfen auffordert. Die genannte Schlacht „Badr“ war ein zulässiger Verteidigungskrieg. Es gab in der islamischen Geschichte niemals Selbstmordattentate, es wurde nur von einem Fall in einer Schlacht erzählt, wo ein Soldat sein Leben riskierte, um das Tor der Burg zu öffnen, in der der Feind sich verschanzte. Sein Tod war wahrscheinlich, aber keinesfalls sicher und er überlebte.

Man kann die Selbstmordattentate keinesfalls mit den oben genannten Fällen vergleichen.


 

[2] Siehe Al-muwafaqat fi usul al-scharia von Imam Al-Schatiby und alle anderen Usul Al-Fiqh Bücher

 


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